Zhiltsov Petro

Persönliche Akte

Zhiltsov Petro

Status
Eingeschränkt
Geschlecht
Männlich
Haftstatus
Eingeschränkt

Festnahme: Am 29. Juli 2021 führten FSB-Mitarbeiter Durchsuchungen in den Häusern der Zeugen Jehovas durch und nahmen Petro Zhiltsov fest. Ihm wurden gemäß Art. 282.2 Abs. 1 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation („Organisation der Tätigkeit einer extremistischen Organisation“) und Art. 282.3 Abs. 1 („Finanzierung extremistischer Aktivitäten“) vorgeworfen. Im August 2021 wurde ihm vom Gericht Hausarrest als vorbeugende Maßnahme auferlegt. Menschenrechtsorganisationen betonen, dass die Verfolgung ausschließlich mit seiner religiösen Tätigkeit als Zeuge Jehovas zusammenhängt.

Urteil: Am 27. Februar 2023 befand das von Russland kontrollierte Stadtgericht Jalta Petro Zhiltsov für schuldig und verurteilte ihn zu 6 Jahren und 1 Monat Freiheitsentzug in einer Strafkolonie des allgemeinen Regimes. Das Berufungsgericht bestätigte das Urteil. Menschenrechtsorganisationen erkannten ihn als politischen Gefangenen an und stellten fest, dass der Fall eine Verletzung des Rechts auf...

Жильцов Петро

Biografie

Festnahme: Am 29. Juli 2021 führten FSB-Mitarbeiter Durchsuchungen in den Häusern der Zeugen Jehovas durch und nahmen Petro Zhiltsov fest. Ihm wurden gemäß Art. 282.2 Abs. 1 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation („Organisation der Tätigkeit einer extremistischen Organisation“) und Art. 282.3 Abs. 1 („Finanzierung extremistischer Aktivitäten“) vorgeworfen. Im August 2021 wurde ihm vom Gericht Hausarrest als vorbeugende Maßnahme auferlegt. Menschenrechtsorganisationen betonen, dass die Verfolgung ausschließlich mit seiner religiösen Tätigkeit als Zeuge Jehovas zusammenhängt.

Urteil: Am 27. Februar 2023 befand das von Russland kontrollierte Stadtgericht Jalta Petro Zhiltsov für schuldig und verurteilte ihn zu 6 Jahren und 1 Monat Freiheitsentzug in einer Strafkolonie des allgemeinen Regimes. Das Berufungsgericht bestätigte das Urteil. Menschenrechtsorganisationen erkannten ihn als politischen Gefangenen an und stellten fest, dass der Fall eine Verletzung des Rechts auf Religionsfreiheit darstellt. Am 22. März 2024 wurde Petro Zhiltsov nach der Aufhebung des Urteils durch die Kassationsinstanz und der Rückverweisung des Falls zur erneuten Verhandlung freigelassen.

Petro Oleksiyovych Zhiltsov wurde am 19. August 1978 geboren. Er lebte in der Stadt Jalta in der Autonomen Republik Krim. In offenen Quellen wird angegeben, dass er vor der strafrechtlichen Verfolgung ein normales, friedliches Leben führte, arbeitete und mit seiner Familie die Religion der Zeugen Jehovas praktizierte. Detaillierte Informationen über seine berufliche Tätigkeit sind in offenen Quellen nicht verfügbar.

Nach der Entscheidung des Obersten Gerichts der Russischen Föderation im Jahr 2017 zur Auflösung der juristischen Personen der Zeugen Jehovas begann die russische Regierung mit der massenhaften strafrechtlichen Verfolgung von Gläubigen, auch in den vorübergehend besetzten Gebieten der Krim. Internationale Menschenrechtsorganisationen betonten wiederholt, dass die friedliche Ausübung der Religion nicht als Extremismus angesehen werden kann.

Am 29. Juli 2021 durchsuchten FSB-Mitarbeiter die Wohnung von Petro Zhiltsov, woraufhin er festgenommen wurde. Die Ermittlungen behaupteten, er habe religiöse Treffen organisiert, Bibellesungen abgehalten und die Aktivitäten der örtlichen Gemeinschaft der Zeugen Jehovas koordiniert. Diese friedlichen religiösen Praktiken bildeten die Grundlage für die Eröffnung eines Strafverfahrens. Im August 2021 wurde er unter Hausarrest gestellt.

Am 11. Juli 2022 wurde der Hausarrest aufgehoben, aber die strafrechtliche Verfolgung setzte sich fort. Am 27. Februar 2023 verurteilte das Stadtgericht Jalta Petro Zhiltsov zu 6 Jahren und 1 Monat Freiheitsentzug. Die Verteidigung betonte, dass die Anklage keine Beweise für Aufrufe zu Gewalt oder extremistischen Aktivitäten enthielt und sich ausschließlich auf die Teilnahme an Gottesdiensten stützte.

Während der Prüfung der Kassationsbeschwerde wurden wesentliche Verfahrensverstöße festgestellt. Im März 2024 hob das Kassationsgericht das Urteil auf, woraufhin Petro Zhiltsov aus der Haft entlassen und der Fall zur erneuten Verhandlung zurückverwiesen wurde. Menschenrechtsorganisationen stellten fest, dass er auch nach seiner Freilassung weiterhin Opfer politisch motivierter strafrechtlicher Verfolgung bleibt.

Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) nahm Petro Zhiltsov in die internationale Datenbank von Personen auf, die wegen Religionsfreiheit verfolgt werden, und stellte fest, dass seine Inhaftierung ausschließlich auf seiner friedlichen religiösen Tätigkeit beruhte.

Zum Stand vom 26. Juli 2026 ist Petro Zhiltsov nach der Aufhebung des Urteils auf freiem Fuß, doch sein Fall bleibt ein Beispiel für politisch motivierte Verfolgung wegen der Ausübung des Rechts auf Gewissens- und Religionsfreiheit.

Verwendete Informationen aus offenen Quellen: Vertretung des Präsidenten der Ukraine in der Autonomen Republik Krim, Zeugen Jehovas in Russland, USCIRF (United States Commission on International Religious Freedom).

Foto: Zeugen Jehovas in Russland.

Aktualisierungsdatum: 26.07.2026