Yunusov Talyat

Persönliche Akte

Yunusov Talyat

Status
Freigelassen
Geschlecht
Männlich
Haftstatus
Freigelassen

Festnahme: Am 11. März 2015 wurde Talyat Yunusov von russischen Sicherheitskräften im Dorf Jastrubiwka im Rajon Krasnogwardeiskoje auf der Krim festgenommen. Laut seinem Vater Asan Yunusov drangen gegen sieben Uhr morgens bewaffnete und maskierte Personen in das Haus ein, durchsuchten es und erklärten lediglich, dass Kameras angeblich Talyats Teilnahme an den Ereignissen vom 26. Februar 2014 aufgezeichnet hätten und er verdächtigt werde, einem Demonstrationsteilnehmer Körperverletzungen zugefügt zu haben. Er wurde zum Ermittlungskomitee der Russischen Föderation gebracht, woraufhin das Gericht Untersuchungshaft anordnete.

Talyat Yunusov wurde gemäß Teil 2 Artikel 212 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation („Teilnahme an Massenunruhen“) angeklagt. Auf Empfehlung seines Anwalts Dschemil Temischew schloss er eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft und bekannte sich schuldig, unter der Bedingung, dass seine Aussagen nicht als Beweismittel in den Fällen anderer Angeklagter verwendet würden. Eine ähnliche Vereinbarung schloss auch ein weiterer Angeklagter, der ATR-Fernsehkanal-Operator Eskender Nebijew. Menschenrechtler betonten, dass diese Entscheidung erzwungen war, um eine lange Freiheitsstrafe zu vermeiden.

Urteil: Am 28. Dezember 2015 befand das von Russland kontrollierte Kiewer Bezirksgericht Simferopol Talyat Yunusov der Teilnahme an Massenunruhen für schuldig und verhängte eine Strafe von 3 Jahren und 6 Monaten auf Bewährung. Das Gericht bestätigte die mit der Staatsanwaltschaft getroffene Vereinbarung, daher wurde der Fall im besonderen Verfahren behandelt.

Biografie

Festnahme: Am 11. März 2015 wurde Talyat Yunusov von russischen Sicherheitskräften im Dorf Jastrubiwka im Rajon Krasnogwardeiskoje auf der Krim festgenommen. Laut seinem Vater Asan Yunusov drangen gegen sieben Uhr morgens bewaffnete und maskierte Personen in das Haus ein, durchsuchten es und erklärten lediglich, dass Kameras angeblich Talyats Teilnahme an den Ereignissen vom 26. Februar 2014 aufgezeichnet hätten und er verdächtigt werde, einem Demonstrationsteilnehmer Körperverletzungen zugefügt zu haben. Er wurde zum Ermittlungskomitee der Russischen Föderation gebracht, woraufhin das Gericht Untersuchungshaft anordnete.

Talyat Yunusov wurde gemäß Teil 2 Artikel 212 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation („Teilnahme an Massenunruhen“) angeklagt. Auf Empfehlung seines Anwalts Dschemil Temischew schloss er eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft und bekannte sich schuldig, unter der Bedingung, dass seine Aussagen nicht als Beweismittel in den Fällen anderer Angeklagter verwendet würden. Eine ähnliche Vereinbarung schloss auch ein weiterer Angeklagter, der ATR-Fernsehkanal-Operator Eskender Nebijew. Menschenrechtler betonten, dass diese Entscheidung erzwungen war, um eine lange Freiheitsstrafe zu vermeiden.

Urteil: Am 28. Dezember 2015 befand das von Russland kontrollierte Kiewer Bezirksgericht Simferopol Talyat Yunusov der Teilnahme an Massenunruhen für schuldig und verhängte eine Strafe von 3 Jahren und 6 Monaten auf Bewährung. Das Gericht bestätigte die mit der Staatsanwaltschaft getroffene Vereinbarung, daher wurde der Fall im besonderen Verfahren behandelt.

Talyat Yunusov ist ein krimtatarischer Aktivist und einer der Angeklagten im sogenannten „Fall vom 26. Februar“, den Russland nach der Besetzung der Krim gegen Teilnehmer einer Demonstration zur Unterstützung der territorialen Integrität der Ukraine eingeleitet hat, die am 26. Februar 2014 vor dem Gebäude des Obersten Rates der Autonomen Republik Krim in Simferopol stattfand. Während dieser Demonstration traten Unterstützer der Einheit der Ukraine, darunter überwiegend Krimtataren, gegen prorussische Kräfte auf und verhinderten, dass das Krim-Parlament eine Entscheidung zur Unterstützung der Besetzung der Halbinsel traf.

Menschenrechtler betonen, dass die strafrechtliche Verfolgung der Teilnehmer dieser Ereignisse einer der ersten politisch motivierten Prozesse nach der Besetzung der Krim war. Menschenrechtsorganisationen betrachten den Fall Talyat Yunusov als politisch motivierte Verfolgung. Sie heben hervor, dass Russland sein eigenes Strafrecht auf Ereignisse angewendet hat, die vor der tatsächlichen Kontrolle über die Krim stattfanden, was den Grundsätzen des Völkerrechts widerspricht. Zudem wurden ausschließlich Teilnehmer der proukrainischen Demonstration zur Verantwortung gezogen, während prorussische Teilnehmer derselben Ereignisse nicht verfolgt wurden.

Verwendete Informationen aus offenen Quellen: Krimtatarisches Ressourcen-Zentrum, Ukrainische Prawda, Radio Svoboda / Krim.Realii, Ukrinform.

Aktualisierungsdatum: 09.07.2026.