Sergijewa Wiktorija
- Status
- Inhaftiert
- Geschlecht
- Weiblich
- Haftstatus
- Inhaftiert
Festnahme: 21. August 2025, Flughafen der Stadt Sotschi (RF), nach Ankunft aus der Türkei. Nach der Festnahme wurde der Aufenthaltsort von Wiktorija Sergijewa über fünf Monate vor der Familie verborgen. Erst später wurde bekannt, dass sie in mehreren Untersuchungshaftanstalten festgehalten wurde, darunter im Untersuchungsgefängnis der Stadt Borisoglebsk in der Region Woronesch.
Urteil: Stand 22.07.2026 liegt kein endgültiges Urteil vor. Die Russische Föderation beschuldigt Wiktorija Sergijewa gemäß Artikel 275 des StGB RF („Landesverrat“), angeblich Geldüberweisungen zur Unterstützung der Streitkräfte der Ukraine getätigt zu haben. Menschenrechtler betonen, dass der Fall politisch motiviert ist und die erhaltenen Aussagen unter Druck erlangt worden sein könnten.

Biografie
Festnahme: 21. August 2025, Flughafen der Stadt Sotschi (RF), nach Ankunft aus der Türkei. Nach der Festnahme wurde der Aufenthaltsort von Wiktorija Sergijewa über fünf Monate vor der Familie verborgen. Erst später wurde bekannt, dass sie in mehreren Untersuchungshaftanstalten festgehalten wurde, darunter im Untersuchungsgefängnis der Stadt Borisoglebsk in der Region Woronesch.
Urteil: Stand 22.07.2026 liegt kein endgültiges Urteil vor. Die Russische Föderation beschuldigt Wiktorija Sergijewa gemäß Artikel 275 des StGB RF („Landesverrat“), angeblich Geldüberweisungen zur Unterstützung der Streitkräfte der Ukraine getätigt zu haben. Menschenrechtler betonen, dass der Fall politisch motiviert ist und die erhaltenen Aussagen unter Druck erlangt worden sein könnten.
Wiktorija Wladimirowna Sergijewa wurde am 15. Mai 1970 geboren. Sie stammt aus der Krim und hat ukrainische Wurzeln. Vor ihrer Festnahme lebte sie auf der besetzten Halbinsel. In öffentlichen Quellen gibt es keine verlässlichen Informationen über ihre berufliche Tätigkeit.
Im August 2025 kehrte Wiktorija über den Flughafen Sotschi nach Russland zurück, nachdem sie in der Türkei gewesen war. Bei der Grenzkontrolle fiel den FSB-Mitarbeitern ihr ukrainischer Reisepass auf, und sie stellten fest, dass sie im Sommer 2025 in der Ukraine war. Daraufhin wurde sie festgenommen, ohne die Möglichkeit, ihre Familie über ihren Aufenthaltsort zu informieren. Mehr als fünf Monate befand sie sich faktisch in Isolationshaft.
Laut FSB soll Wiktorija Sergijewa Geldüberweisungen zur Unterstützung der Streitkräfte der Ukraine getätigt haben. Sie selbst erklärte, dass die Geheimdienstmitarbeiter sie zwangen, Zugang zu ihren Bankanwendungen zu gewähren, woraufhin sie mehrere Transaktionen zeigten. Sergijewa erklärte, dass das Bankkonto mit einer alten SIM-Karte verbunden war, die sie lange nicht mehr genutzt hatte, weshalb sie die Zahlungen nicht bestätigen konnte.
Während ihrer Haft berichtete Wiktorija von körperlicher Gewaltanwendung. Sie gab an, dass FSB-Mitarbeiter nach einer Beschwerde über schmerzende Knie einen Elektroschocker einsetzten und sie zwangen, ihre Beine zu dehnen, später drohten sie mit erneutem Einsatz des Elektroschockers. Sie berichtete auch, dass Frauen, die mit ihr inhaftiert waren, keinen Zugang zu Anwälten hatten, nicht über den offiziellen Status der Fälle informiert wurden und keinen Kontakt zu ihren Familien aufnehmen durften.
Menschenrechtler betrachten diese Handlungen als Anzeichen für Misshandlung und Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren.
Erst am 28. Januar 2026 wurde Wiktorija Sergijewa nach Krasnodar gebracht, wo sie erstmals offiziell über die Einleitung eines Strafverfahrens wegen „Landesverrats“ informiert wurde. Später wurde sie in das Untersuchungsgefängnis Nr. 1 in Simferopol verlegt, wo sie während der Voruntersuchung in Haft bleibt.
Im Mai 2026 berichtete das Krimtatarische Ressourcen-Zentrum, dass Wiktorija Sergijewa ihre während der Verhöre erhaltenen Aussagen widerrief und erklärte, dass sie unter psychischem und physischem Druck der FSB-Mitarbeiter gemacht wurden.
Stand 22. Juli 2026 befindet sich Wiktorija Sergijewa weiterhin in Haft. Es gibt keine Informationen über den Beginn der Hauptverhandlung oder die Verkündung eines Urteils in öffentlichen Quellen. Ihr Fall ist ein Beispiel für die Verfolgung ukrainischer Bürger wegen „Landesverrats“ auf der Grundlage unbestätigter Beweise und Berichten über Misshandlungen während der Ermittlungen.
Verwendete Informationen aus öffentlichen Quellen: ZMINA, Suspilne Krim, Krimtatarisches Ressourcen-Zentrum, Menschenrechtsprojekt „Unterstützung politischer Gefangener. Memorial“.
Foto: ZMINA.
Aktualisierungsdatum: 22.07.2026.