Salimov Dlaver
- Status
- Freigelassen
- Geschlecht
- Männlich
- Haftstatus
- Freigelassen
Festnahme: Im August 2023 machte Dlaver an einer Tankstelle einen Mitarbeiter darauf aufmerksam, der eine Kappe mit dem Symbol der russischen militärischen Aggression „Z“ trug, und forderte ihn auf, sie abzunehmen. Während des verbalen Konflikts äußerte Salimov eine Drohung, die von den russischen Strafverfolgungsbehörden als Morddrohung angesehen wurde. Ein Video des Vorfalls wurde in prorussischen Telegram-Kanälen verbreitet, die mit russischen Sicherheitsstrukturen verbunden sind.
Daraufhin wurde gegen Salimov ein Strafverfahren nach Teil 2 Artikel 119 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation („Drohung mit Mord oder schwerer Körperverletzung aus politischen oder ideologischen Hassmotiven“) eingeleitet. Laut Anwalt Emil Kurbedinov boten Sicherheitskräfte Salimov nach der Festnahme an, ein Entschuldigungsvideo aufzunehmen und öffentlich die russische...

Biografie
Festnahme: Im August 2023 machte Dlaver an einer Tankstelle einen Mitarbeiter darauf aufmerksam, der eine Kappe mit dem Symbol der russischen militärischen Aggression „Z“ trug, und forderte ihn auf, sie abzunehmen. Während des verbalen Konflikts äußerte Salimov eine Drohung, die von den russischen Strafverfolgungsbehörden als Morddrohung angesehen wurde. Ein Video des Vorfalls wurde in prorussischen Telegram-Kanälen verbreitet, die mit russischen Sicherheitsstrukturen verbunden sind.
Daraufhin wurde gegen Salimov ein Strafverfahren nach Teil 2 Artikel 119 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation („Drohung mit Mord oder schwerer Körperverletzung aus politischen oder ideologischen Hassmotiven“) eingeleitet. Laut Anwalt Emil Kurbedinov boten Sicherheitskräfte Salimov nach der Festnahme an, ein Entschuldigungsvideo aufzunehmen und öffentlich die russische Aggression zu unterstützen, was er ablehnte. Daraufhin wurde er in Haft genommen. Während der Untersuchung bestritt Salimov seine Schuld und betonte, dass er keine kriminelle Absicht hatte.
Urteil: Am 10. April 2024 erklärte das von Russland kontrollierte Kirowski Bezirksgericht der Krim Dlaver Salimov für schuldig und verhängte eine Strafe von 2 Jahren und 6 Monaten Freiheitsentzug in einer Siedlungskolonie. Die Staatsanwaltschaft hatte dieselbe Strafe gefordert. Das Gericht ließ die Untersuchungshaft bis zur Rechtskraft des Urteils unverändert.
Salimov erkannte seine Schuld nicht an und erklärte, der Fall sei politisch motiviert. Anwalt Emil Kurbedinov betonte, dass die Anklage auf der subjektiven Wahrnehmung des Opfers beruhe und die Realität der geäußerten Drohung nicht bestätige.
Dlaver Salimov ist Krimtatar und lebt in Starij Krym (Kirowski Bezirk der Autonomen Republik Krim). Während des Gerichtsverfahrens wurde berichtet, dass Dlaver Salimov Vater von fünf Kindern ist und seine Familie nach seiner Verhaftung ohne Hauptverdiener blieb. Informationen über seinen Familienstand wurden von der Verteidigung mehrfach als Argument für eine mildere Haft- und Strafmaßnahme verwendet.
Der Fall von Dlaver Salimov ist ein Beispiel für die strafrechtliche Verfolgung von Bewohnern der besetzten Krim wegen der Ablehnung russischer militärischer Symbole und der Unterstützung des Krieges gegen die Ukraine. Menschenrechtsaktivisten wiesen darauf hin, dass die strafrechtliche Verfolgung nach der öffentlichen Verbreitung des Konfliktvideos in prorussischen Medien und Salimovs Weigerung, ein Entschuldigungsvideo aufzunehmen, begann. Sein Fall wird als Beispiel für die Einschränkung der Meinungsfreiheit und die politisch motivierte Verfolgung von Krimtataren auf der besetzten Halbinsel angesehen.
Verwendete Informationen aus offenen Quellen: Krim Menschenrechtsgruppe, Zentrum für journalistische Untersuchungen. Krym.Realii, ZMINA, Suspilne Krym, QIRIM.News.
Foto: Krim Menschenrechtsgruppe.
Aktualisierungsdatum: 09.07.2026.