Kadyrov Suleyman

Persönliche Akte

Kadyrov Suleyman

Status
Freigelassen
Geschlecht
Männlich
Haftstatus
Freigelassen

Festnahme: Am 5. Oktober 2016 durchsuchten FSB-Mitarbeiter das Haus des krimtatarischen Aktivisten Suleyman Kadyrov in Feodossija und beschlagnahmten Laptop und Telefon. Anlass war ein im März 2016 geteiltes Video auf dem YouTube-Kanal des Bloggers Demyan Demyanenko mit dem Titel „Neues Bataillon“ und dem Kommentar auf Facebook: „Suleyman Kadyrov stimmt zu! Die Krim ist die Ukraine. War immer, ist und wird es sein! Danke an den Autor für das Video! Unterstütze es!“. Am 18. Oktober 2017 wurde ihm offiziell nach Teil 2 Artikel 280.1 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation („Öffentliche Aufrufe zu Handlungen, die auf die Verletzung der territorialen Integrität der Russischen Föderation abzielen“) Anklage erhoben. Im April 2017 wurde Kadyrov von Rosfinmonitoring in die Liste der „Extremisten und Terroristen“ aufgenommen.

Urteil: Im Verlauf der Ermittlungen wurde ein linguistisches Gutachten angeordnet, das feststellte, dass der Kommentar kein „Aufruf“, sondern lediglich eine „Billigung“ extremistischer Handlungen darstellt. Daraufhin ordnete das Gericht ein zusätzliches psychologisch-linguistisches Gutachten zur endgültigen Qualifikation an. Die Staatsanwaltschaft forderte 3 Jahre auf Bewährung. Am 1. März 2018 verurteilte das von Russland kontrollierte Stadtgericht von Feodossija Suleyman Kadyrov zu 2 Jahren auf Bewährung mit einem Verbot öffentlicher Tätigkeit für 2 Jahre. Am 3. Mai 2018 bestätigte das Oberste Gericht der Krim das Urteil. Der Aktivist erkannte seine Schuld nicht an und änderte seine Position zur Zugehörigkeit der Krim zur Ukraine nicht.

Am 2. März 2020 endete die Bewährungszeit – Kadyrov ist freigelassen. Am 15. Juni 2020 wurde er von Rosfinmonitoring aus der Liste der „Extremisten und Terroristen“ gestrichen.

Suleyman Kadyrov ist ein krimtatarischer Aktivist aus Feodossija, Mitglied des regionalen Medschlis. Zum Zeitpunkt des Verfahrens war er etwa 59 Jahre alt. In seinem letzten Wort vor Gericht erklärte er: „Ich habe meine pro-ukrainische Position nie verborgen, habe das immer gesagt – das ist mein Recht als Mensch und Bürger. Ich verberge es nicht. Ich halte mich nicht für schuldig“.

Кадиров Сулейман

Biografie

Festnahme: Am 5. Oktober 2016 durchsuchten FSB-Mitarbeiter das Haus des krimtatarischen Aktivisten Suleyman Kadyrov in Feodossija und beschlagnahmten Laptop und Telefon. Anlass war ein im März 2016 geteiltes Video auf dem YouTube-Kanal des Bloggers Demyan Demyanenko mit dem Titel „Neues Bataillon“ und dem Kommentar auf Facebook: „Suleyman Kadyrov stimmt zu! Die Krim ist die Ukraine. War immer, ist und wird es sein! Danke an den Autor für das Video! Unterstütze es!“. Am 18. Oktober 2017 wurde ihm offiziell nach Teil 2 Artikel 280.1 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation („Öffentliche Aufrufe zu Handlungen, die auf die Verletzung der territorialen Integrität der Russischen Föderation abzielen“) Anklage erhoben. Im April 2017 wurde Kadyrov von Rosfinmonitoring in die Liste der „Extremisten und Terroristen“ aufgenommen.

Urteil: Im Verlauf der Ermittlungen wurde ein linguistisches Gutachten angeordnet, das feststellte, dass der Kommentar kein „Aufruf“, sondern lediglich eine „Billigung“ extremistischer Handlungen darstellt. Daraufhin ordnete das Gericht ein zusätzliches psychologisch-linguistisches Gutachten zur endgültigen Qualifikation an. Die Staatsanwaltschaft forderte 3 Jahre auf Bewährung. Am 1. März 2018 verurteilte das von Russland kontrollierte Stadtgericht von Feodossija Suleyman Kadyrov zu 2 Jahren auf Bewährung mit einem Verbot öffentlicher Tätigkeit für 2 Jahre. Am 3. Mai 2018 bestätigte das Oberste Gericht der Krim das Urteil. Der Aktivist erkannte seine Schuld nicht an und änderte seine Position zur Zugehörigkeit der Krim zur Ukraine nicht.

Am 2. März 2020 endete die Bewährungszeit – Kadyrov ist freigelassen. Am 15. Juni 2020 wurde er von Rosfinmonitoring aus der Liste der „Extremisten und Terroristen“ gestrichen.

Suleyman Kadyrov ist ein krimtatarischer Aktivist aus Feodossija, Mitglied des regionalen Medschlis. Zum Zeitpunkt des Verfahrens war er etwa 59 Jahre alt. In seinem letzten Wort vor Gericht erklärte er: „Ich habe meine pro-ukrainische Position nie verborgen, habe das immer gesagt – das ist mein Recht als Mensch und Bürger. Ich verberge es nicht. Ich halte mich nicht für schuldig“.

Die erste Gerichtsverhandlung fand am 20. Dezember 2017 statt. Am 22. Januar 2018 wurde ein FSB-Mitarbeiter vor Gericht vernommen. Am 12. Februar 2018 kamen unabhängige Experten, die von der Verteidigung eingeladen wurden, zu dem Schluss, dass es in dem Fall keine Aufrufe zum Separatismus gibt. Kadyrovs Anwälte waren Emil Kurbedinov und Oleksiy Ladin von der Menschenrechtsgruppe „Agora“.

Der Fall Kadyrov ist einer der ersten drei Fälle im besetzten Krim, die sich mit Äußerungen zur Zugehörigkeit der Krim zur Ukraine befassen – neben den Fällen von Mykola Semena und Ilmi Umerov. Nach Ablauf der Bewährungszeit wurde die Verurteilung von Kadyrov aufgehoben.

Verwendete Informationen aus offenen Quellen: ZMINA, KrimSOS, Ukrainische Helsinki-Union für Menschenrechte, Krimtatarisches Ressourcen-Zentrum, Krim-Menschenrechtsgruppe.

Foto: ZMINA.

Aktualisierungsdatum: 03.07.2026.