Afanassjew Wladislaw
- Status
- Inhaftiert
- Geschlecht
- Männlich
- Haftstatus
- Inhaftiert
Festnahme: Am 11. Oktober 2024 wurde Wladislaw Alexandrowitsch Afanassjew von Mitarbeitern des FSB in Feodossija, der vorübergehend besetzten Krim, festgenommen. Laut russischen Ermittlungen soll er Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte fotografiert, Standorte russischer Militärobjekte dokumentiert und diese Informationen an die ukrainische Seite weitergegeben haben. Ihm wurde gemäß Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation („Landesverrat“) Anklage erhoben. Ukrainische Menschenrechtsorganisationen betonten, dass der Fall politisch motiviert sei und ein weiteres Beispiel für die Verfolgung von Bewohnern der besetzten Krim aufgrund ihrer pro-ukrainischen Haltung darstellt.
Urteil: Am 6. Dezember 2024 erklärte das Besatzungsgericht der Krim Wladislaw Afanassjew des „Landesverrats“ für schuldig und verurteilte ihn zu 15 Jahren Haft in einer Strafkolonie mit strengem Regime. Zudem wurde ihm ein Jahr...

Biografie
Festnahme: Am 11. Oktober 2024 wurde Wladislaw Alexandrowitsch Afanassjew von Mitarbeitern des FSB in Feodossija, der vorübergehend besetzten Krim, festgenommen. Laut russischen Ermittlungen soll er Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte fotografiert, Standorte russischer Militärobjekte dokumentiert und diese Informationen an die ukrainische Seite weitergegeben haben. Ihm wurde gemäß Artikel 275 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation („Landesverrat“) Anklage erhoben. Ukrainische Menschenrechtsorganisationen betonten, dass der Fall politisch motiviert sei und ein weiteres Beispiel für die Verfolgung von Bewohnern der besetzten Krim aufgrund ihrer pro-ukrainischen Haltung darstellt.
Urteil: Am 6. Dezember 2024 erklärte das Besatzungsgericht der Krim Wladislaw Afanassjew des „Landesverrats“ für schuldig und verurteilte ihn zu 15 Jahren Haft in einer Strafkolonie mit strengem Regime. Zudem wurde ihm ein Jahr Freiheitsbeschränkung nach der Entlassung auferlegt. Im März 2025 bestätigte das Berufungsgericht das Urteil. Menschenrechtsverteidiger erklärten, dass das Urteil nicht dem internationalen Recht entspreche und die strafrechtliche Verfolgung illegal sei.
Wladislaw Wassiljewitsch Afanassjew wurde am 17. Dezember 1993 in Feodossija geboren. Vor seiner Verhaftung lebte und arbeitete er in seiner Heimatstadt. In offenen Quellen gibt es kaum Informationen über seinen Beruf oder sein Privatleben. Verwandte und Menschenrechtsverteidiger geben diese Informationen bewusst nicht preis, um seine Angehörigen vor möglichem Druck durch die Besatzungsbehörden zu schützen.
Nach Beginn der großangelegten Invasion Russlands wurde die Kontrolle über die Bewohner der Krim erheblich verschärft. Laut den Besatzungsermittlungen soll Wladislaw angeblich russische Kriegsschiffe und andere militärische Objekte fotografiert und die gesammelten Informationen an die ukrainische Seite weitergegeben haben. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, daher wurde die Verteidigungsposition in offenen Quellen kaum beleuchtet. Gleichzeitig betonten ukrainische Menschenrechtsorganisationen wiederholt, dass der Artikel über „Landesverrat“ zunehmend von Russland genutzt wird, um Bewohner der besetzten Krim zu verfolgen, die die Besatzung nicht unterstützen oder eine pro-ukrainische Haltung bewahren.
Nach seiner Festnahme wurde Wladislaw Afanassjew in ein Untersuchungsgefängnis auf der besetzten Krim gebracht. Während der gesamten Untersuchung wurde der Fall unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Russische Sicherheitskräfte behaupteten, der Mann habe angeblich Informationen über die Standorte von Militärobjekten und Schiffen der Schwarzmeerflotte an die ukrainische Seite weitergegeben. Diese Behauptungen konnten unabhängig nicht überprüft werden, da die Akten nicht öffentlich zugänglich waren.
Am 6. Dezember 2024 erklärte das Besatzungsgericht der Krim Wladislaw Afanassjew des „Landesverrats“ für schuldig und verhängte eine 15-jährige Haftstrafe in einer Strafkolonie mit strengem Regime. Neben der Hauptstrafe wurde ein weiteres Jahr Freiheitsbeschränkung nach der Entlassung verhängt. Bereits im März 2025 bestätigte die Berufungsinstanz das Urteil.
Ukrainische Menschenrechtsorganisationen wiesen darauf hin, dass Russland nach Beginn der großangelegten Invasion den Artikel über Landesverrat zunehmend zur Verfolgung von Bewohnern der besetzten Gebiete nutzt. Ihrer Meinung nach werden solche Fälle oft ohne angemessene Garantien für ein faires Verfahren verhandelt, und die Prozesse finden hinter verschlossenen Türen statt, was eine unabhängige öffentliche Kontrolle unmöglich macht.
In offenen Quellen gibt es bisher keine verlässlichen Informationen über den Gesundheitszustand von Wladislaw, den Ort der Strafverbüßung oder die Haftbedingungen. Daher verfolgen Menschenrechtsverteidiger seinen Fall weiterhin und fordern internationale Organisationen auf, auf das Schicksal der ukrainischen Bürger aufmerksam zu machen, die von Russland auf den besetzten Gebieten unrechtmäßig inhaftiert wurden.
Stand 5. Juli 2026 befindet sich Wladislaw Afanassjew weiterhin in russischer Haft. Ukrainische staatliche Institutionen und Menschenrechtsorganisationen führen ihn in den Listen der ukrainischen Bürger, die aus politischen Gründen von Russland unrechtmäßig festgehalten werden, und fordern weiterhin seine Freilassung.
Verwendete Informationen aus offenen Quellen: Vertretung des Präsidenten der Ukraine in der Autonomen Republik Krim, KrimSOS, ZMINA, Suspilne Krim, Ukrinform, Radio Svoboda.
Foto: Vertretung des Präsidenten der Ukraine in der Autonomen Republik Krim / Suspilne Krim.
Aktualisierungsdatum: 05.07.2026.